Seit dem 14. Oktober 2025 erhalten Exchange Server 2016 und Exchange Server 2019 keine Sicherheitsupdates mehr. Viele Unternehmen betreiben ihre Mailserver trotzdem weiter, weil die Systeme laufen und eine Ablösung bislang keine Priorität hatte. Das ist jedoch riskant: Exchange-Server sind direkt aus dem Internet erreichbar und gehören seit Jahren zu den bevorzugten Angriffszielen. Spätestens mit dem Supportende von Windows Server 2016 am 12. Januar 2027 steht für viele die Frage nach der Mail-Infrastruktur samt Exchange Alternative Open Source erneut auf der Agenda.
Neben den Microsoft-Nachfolgern gibt es inzwischen eine ausgereifte Exchange Alternative aus dem Open-Source-Umfeld: den Mailserver Stalwart, integriert in Nextcloud. Dieser Beitrag zeigt, für wen sich der Wechsel eignet, welche Voraussetzungen gelten und wie die Migration praktisch abläuft.
Drei Wege nach Exchange 2016 und 2019
Wer Exchange ablösen muss, hat grundsätzlich drei Optionen:
| Kriterium | Exchange Server SE | Exchange Online | Stalwart unter Nextcloud |
|---|---|---|---|
| Betrieb | eigene Server (On-Premises) | Microsoft-Cloud | Compose Private Cloud oder eigene Server |
| Lizenzmodell | Abonnement | Abonnement pro Nutzer | Open Source, Betrieb als Dienstleistung |
| Datenstandort | eigenes Rechenzentrum | Microsoft, US-Anbieter | deutsche Rechenzentren |
| Abhängigkeit vom Hersteller | hoch | sehr hoch | gering, Daten exportierbar |
| Outlook-Integration | vollständig | vollständig | über Standardprotokolle, vorab zu prüfen |
Exchange Server Subscription Edition (SE) ist der direkte Nachfolger für den Eigenbetrieb. Von Exchange 2019 führt ein vergleichsweise einfacher Weg dorthin, von Exchange 2016 dagegen nur eine vollständige Windows Server 2016 Migration. Zudem benötigt Exchange SE eine aktuelle Windows-Server-Version, was bei vielen Unternehmen eine zweite Migration nach sich zieht. Exchange Online nimmt den Serverbetrieb ab, verlagert die Kommunikation aber vollständig zu einem US-Anbieter. Für Unternehmen, die diesen Weg gehen, bieten wir die Microsoft 365 Service Flatrate an.
Die dritte Option richtet sich an Unternehmen, die Kontrolle über ihre Daten behalten und sich nicht dauerhaft an ein Lizenzmodell binden wollen.
Stalwart Mail Server: Was die Exchange Alternative Open Source leistet
Stalwart ist ein moderner Open-Source-Mailserver, entwickelt in der Programmiersprache Rust. Rust gilt als besonders sicher, weil eine ganze Klasse typischer Speicherfehler, die in älterer Serversoftware regelmäßig zu Sicherheitslücken führt, von vornherein ausgeschlossen ist. Stalwart vereint in einem System, wofür früher mehrere Komponenten nötig waren:
- E-Mail: SMTP für Versand und Empfang, IMAP und POP3 für klassische Mailprogramme sowie JMAP, ein modernes Protokoll für schnelle Synchronisation auf allen Geräten.
- Kalender und Kontakte: CalDAV und CardDAV für gemeinsame Kalender und Adressbücher.
- Spam- und Phishing-Schutz: integriert, mit Prüfung von SPF, DKIM und DMARC.
- Skalierbarkeit: Betrieb als Cluster und Anbindung unterschiedlicher Datenbanken und Speichersysteme.
Alle Funktionen basieren auf offenen Standards. Das bedeutet: Postfächer, Kalender und Kontakte lassen sich jederzeit exportieren. Eine Bindung an einen einzelnen Anbieter entsteht nicht!
Warum Stalwart unter Nextcloud?
Ein Mailserver allein ersetzt Exchange nicht vollständig. Mitarbeitende erwarten eine Oberfläche, in der Mail, Kalender, Kontakte und Dateien zusammenkommen. Diese Rolle übernimmt Nextcloud. In der Compose Cloud betreiben wir Stalwart gemeinsam mit Nextcloud als integrierte Arbeitsumgebung:
- Mail, Kalender und Kontakte im Browser, auf dem Smartphone und in gängigen Mailprogrammen
- Dateiablage und Freigaben in derselben Umgebung
- Betrieb ausschließlich in ISO-27001-zertifizierten Rechenzentren in Deutschland
- Vollständig gemanagt, inklusive Monitoring, Patch-Management und Backup
Damit entsteht eine Arbeitsumgebung, die einen großen Teil dessen abdeckt, was Unternehmen heute mit Exchange nutzen, ohne Abhängigkeit von einem US-Anbieter.
Der kritische Teil: die Migration von Exchange zu Stalwart
Die größte Hürde beim Wechsel ist selten der neue Mailserver, sondern der Umzug. Postfächer mit vielen Jahren Historie, freigegebene Kalender, Stellvertretungen und gemeinsam genutzte Postfächer müssen vollständig und korrekt ankommen. Genau hier scheitern viele Projekte, wenn nur die E-Mails kopiert werden und die Berechtigungen auf der Strecke bleiben.
Compose IT hat dafür ein eigenes Migrationswerkzeug entwickelt. Es unterstützt den Wechsel sowohl von Exchange On-Premises als auch von Exchange Online zu Stalwart und deckt fünf Bereiche ab:
| Funktion | Nutzen |
|---|---|
| Postfachmigration | Postfächer werden aus Exchange übernommen. |
| Übernahme von Berechtigungen | Zugriffsrechte werden mit übertragen, damit Teams nach dem Umzug wie gewohnt weiterarbeiten. |
| GAP-Analyse | Vor der Migration wird sichtbar, welche Funktionen und Konfigurationen sich nicht eins zu eins abbilden lassen. |
| Fehleranalyse | Probleme während der Migration werden erkannt und nachvollziehbar gemacht. |
| Reporting | Der Fortschritt und das Ergebnis der Migration sind dokumentiert. |
Besonders die GAP-Analyse ist für Entscheider wertvoll, denn sie zeigt vor dem Wechsel, wo Anpassungen nötig sind, statt diese Lücken erst im laufenden Betrieb zu entdecken.
Für wen ist Stalwart eine Option?
Stalwart unter Nextcloud passt besonders gut zu Unternehmen, die:
- Wert auf Datensouveränität und einen Betrieb in Deutschland legen,
- planbare Kosten ohne steigende Lizenzgebühren wollen,
- E-Mail, Kalender und Kontakte im üblichen Umfang nutzen,
- regulatorische Anforderungen wie DSGVO oder NIS2 mit nachvollziehbarer Datenhaltung erfüllen müssen.
Genauer hinsehen sollten Unternehmen, deren Abläufe stark auf Microsoft-spezifische Funktionen aufbauen. Dazu gehören eine enge Verzahnung mit Teams und SharePoint, Fachanwendungen, die direkt auf Exchange-Schnittstellen zugreifen, oder Outlook-Funktionen, die nur mit Exchange-eigenen Protokollen arbeiten. Solche Abhängigkeiten deckt die GAP-Analyse auf, bevor eine Entscheidung fällt.
Voraussetzungen für den Wechsel zu Exchange Alternative Open Source
- Bestandsaufnahme: Anzahl und Größe der Postfächer, freigegebene Postfächer, Verteiler, öffentliche Ordner und Berechtigungsstrukturen.
- Client-Strategie: Festlegen, mit welchen Programmen Mitarbeitende künftig auf Mail, Kalender und Kontakte zugreifen.
- Domain und DNS: Zugriff auf die DNS-Einstellungen der Mail-Domains, um MX-, SPF-, DKIM- und DMARC-Einträge umzustellen.
- Archivierung: Gesetzliche Aufbewahrungspflichten und eine bestehende Mailarchivierung im Konzept berücksichtigen.
- Kommunikation und Schulung: Mitarbeitende frühzeitig informieren und auf die neue Oberfläche vorbereiten.
So läuft die Exchange-Ablösung ab
- Analyse: Bestandsaufnahme der Exchange-Umgebung und GAP-Analyse mit dem Migrationswerkzeug.
- Konzept: Zielarchitektur, Client-Strategie und Zeitplan festlegen.
- Pilot: Migration einer kleinen Nutzergruppe, um Abläufe und Ergebnisse zu prüfen.
- Migration: Übernahme aller Postfächer und Berechtigungen, mit laufender Fehleranalyse.
- Umstellung und Abschluss: DNS-Umstellung, Reporting, Abschaltung des alten Exchange-Servers.
Läuft Exchange heute noch auf Windows Server 2016, erledigt die Ablösung zwei Aufgaben auf einmal: Der Mailserver ist modernisiert, und ein weiterer Windows Server 2016 fällt aus dem Bestand. Welche Wege es für die übrigen Server gibt, beschreiben wir im Beitrag Windows Server 2016 Migration: Inplace-Upgrade oder Neuinstallation?
Exchange Alternative Open Source: Unser Fazit
Ein Exchange-Server ohne Sicherheitsupdates ist eines der größten vermeidbaren Risiken in der Unternehmens-IT. Wer ihn ablöst, muss nicht automatisch beim nächsten Microsoft-Abonnement landen. Stalwart unter Nextcloud ist eine ausgereifte Exchange Alternative auf Open-Source-Basis, die Datensouveränität mit planbaren Kosten verbindet. Entscheidend für den Erfolg ist eine Migration, die Postfächer und Berechtigungen vollständig mitnimmt und Lücken vorher sichtbar macht.
Wir begleiten Sie von der GAP-Analyse bis zum Betrieb in der Compose Private Cloud. Und falls Exchange für Sie die richtige Lösung bleibt, unterstützt Sie unser Exchange Server Consulting beim Wechsel auf Exchange SE oder Exchange Online.
Jetzt Kontakt aufnehmen! Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich. Rufen Sie uns an unter (0661) 97 77 12-0 oder vereinbaren Sie einen Beratungstermin.
Häufige Fragen zur Exchange Alternative Open Source und Windows Server 2016 Migration
Wann endete der Support für Exchange 2016 und 2019?
Microsoft hat den Support für Exchange Server 2016 und Exchange Server 2019 am 14. Oktober 2025 beendet. Seitdem gibt es keine regulären Sicherheitsupdates mehr.
Was ist Stalwart?
Stalwart ist ein Open-Source-Mailserver, entwickelt in Rust. Er unterstützt E-Mail über SMTP, IMAP, POP3 und JMAP sowie Kalender und Kontakte über CalDAV und CardDAV und bringt einen integrierten Spamschutz mit.
Können Berechtigungen aus Exchange übernommen werden?
Ja. Das Migrationswerkzeug von Compose IT überträgt neben den Postfächern auch die Berechtigungen. Eine vorgeschaltete GAP-Analyse zeigt, welche Konfigurationen sich nicht eins zu eins abbilden lassen.
Ist auch ein Wechsel von Exchange Online möglich?
Ja. Das Migrationswerkzeug unterstützt sowohl Exchange On-Premises als auch Exchange Online als Ausgangssystem.