Was versteht man unter einem Cloud-Exit?

​In den letzten Jahren haben viele mittelständische Unternehmen ihre IT-Infrastrukturen in die Cloud verlagert, um von Vorteilen wie Skalierbarkeit und Flexibilität zu profitieren. Dennoch beobachten wir einen Trend, bei dem diese Unternehmen ihre Daten und Anwendungen wieder zurück in lokale Rechenzentren holen – ein Prozess, der als Cloud-Exit bezeichnet wird.​

Ein Cloud-Exit beschreibt die Rückführung von Daten, Anwendungen und Workloads aus der Public Cloud zurück in unternehmenseigene Rechenzentren oder hybride Infrastrukturen. Dies kann entweder durch vollständige Repatriierung oder durch die Implementierung von Hybrid-Cloud-Strategien erfolgen. Die Gründe für einen solchen Schritt sind vielfältig und reichen von Kostenüberlegungen über Sicherheitsbedenken bis hin zu Compliance-Anforderungen.​

Was Sie hier erwartet

Gründe für den Cloud-Exit im Mittelstand

Ein Hauptmotiv für den Cloud-Exit sind die oft unterschätzten Kosten der Cloud-Nutzung. Während die Cloud anfänglich als kosteneffiziente Lösung galt, haben viele Unternehmen festgestellt, dass komplexe Preisstrukturen, versteckte Gebühren und steigende Ausgaben mit wachsendem Ressourcenbedarf die erwarteten Einsparungen zunichtemachen können. Ein Artikel auf Enterprisetube hebt hervor, dass die tatsächlichen Kosten der Cloud-Nutzung oft höher sind als ursprünglich angenommen. ​

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Sorge um die Datenhoheit und Compliance. Mit der Einführung strenger Datenschutzgesetze wie der DSGVO müssen Unternehmen genau wissen, wo ihre Daten gespeichert sind und wer darauf zugreifen kann. Die Kontrolle über sensible Informationen wird in der Cloud erschwert, was Unternehmen dazu veranlasst, ihre Daten wieder lokal zu speichern. Laut einem Artikel auf XING können Sicherheitsbedenken und die Notwendigkeit, sensible Daten in bestimmten Regionen zu halten, Gründe für einen Cloud-Exit sein.
Sicherheitsbedenken spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Obwohl Cloud-Anbieter erhebliche Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen tätigen, bleiben sie attraktive Ziele für Cyberkriminelle. Ein Sicherheitsvorfall in einer Multi-Tenant-Umgebung kann weitreichende Konsequenzen haben, die über die Kontrolle des einzelnen Unternehmens hinausgehen. Ein Artikel auf Enterprisetube betont, dass Sicherheitsbedenken Unternehmen dazu veranlassen können, ihre Daten aus der Cloud zurückzuholen.

Zudem möchten Unternehmen die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter, bekannt als Vendor Lock-in, vermeiden. Eine tiefe Integration in die Infrastruktur eines Cloud-Anbieters erschwert den Wechsel zu anderen Anbietern oder zurück zu On-Premises-Lösungen, insbesondere wenn sich die Geschäftsanforderungen ändern oder die Kosten steigen. Ein Artikel auf LeadingAgile erläutert, dass suboptimale Anwendungsarchitekturen die Nutzung von On-Demand-Ressourcen und innovativen Funktionen behindern können.

Herausforderungen beim Cloud-Exit

Trotz der genannten Gründe ist ein Cloud-Exit mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Die Migration großer Datenmengen zurück in lokale Infrastrukturen kann technisch anspruchsvoll und kostspielig sein. Ohne sorgfältige Planung besteht das Risiko von Betriebsunterbrechungen, die den Geschäftsbetrieb beeinträchtigen können. Ein Artikel auf IT-Administrator.de betont die Notwendigkeit einer sorgfältigen Planung, um einen störungsfreien Betrieb während des Umzugs sicherzustellen.

Zudem müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre lokale IT-Infrastruktur den Anforderungen der zurückgeführten Anwendungen entspricht. Dies erfordert möglicherweise Investitionen in Hardware und Fachpersonal. Vertragsbedingungen mit Cloud-Anbietern können ebenfalls Hindernisse darstellen, insbesondere wenn lange Kündigungsfristen oder hohe Ausstiegskosten vorgesehen sind. Ein Artikel auf KPMG.com betont die Bedeutung einer Cloud-Exit-Strategie, um solche Herausforderungen zu bewältigen. 

Fazit

Der Trend zum Cloud-Exit im Mittelstand unterstreicht die Bedeutung einer sorgfältigen Abwägung von Vorteilen und Herausforderungen der Cloud-Nutzung. Unternehmen sollten ihre IT-Strategien regelmäßig überprüfen und anpassen, um sicherzustellen, dass sie den aktuellen und zukünftigen Anforderungen gerecht werden. Ein gut geplanter Cloud-Exit kann dazu beitragen, Kosten zu optimieren, die Kontrolle über Daten zu erhöhen und die Sicherheit zu verbessern.

Gründe für den Cloud-Exit im Mittelstand

Noch vor wenigen Jahren galt die Cloud als ultimative Lösung für mittelständische Unternehmen, die Flexibilität, Skalierbarkeit und Kosteneffizienz suchten. Doch eine wachsende Zahl von Unternehmen zieht sich nun aus der Public Cloud zurück und setzt vermehrt auf eigene Rechenzentren oder hybride IT-Modelle. Diese Entwicklung wirft die Frage auf, welche Gründe für diesen Strategiewechsel verantwortlich sind.

Kostenfallen und steigende Betriebsausgaben

Einer der häufigsten Gründe für den Cloud-Exit sind unerwartet hohe Betriebskosten. Während viele Unternehmen ursprünglich von der vermeintlichen Kostenersparnis durch die Cloud überzeugt waren, stellt sich mit der Zeit oft das Gegenteil heraus. Die nutzungsbasierte Abrechnung von Cloud-Diensten kann schwer vorhersehbare Kosten verursachen, insbesondere wenn Datenintensität, Skalierung und Traffic stark schwanken.

Laut einer Studie von Gartner überschreiten Unternehmen im Durchschnitt ihr geplantes Cloud-Budget um bis zu 30 Prozent. Hinzu kommen versteckte Kosten, beispielsweise für den Datentransfer zwischen Regionen oder für Premium-Support-Dienste. (Gartner Report 2023)

Ein weiteres Problem sind langfristige Abhängigkeiten von Cloud-Anbietern. Viele Mittelständler haben bemerkt, dass der sogenannte Vendor Lock-in ihre IT-Agilität einschränkt. Wer einmal tief in die proprietären Lösungen eines Cloud-Anbieters integriert ist, hat es schwer, zu einem anderen Anbieter zu wechseln oder wieder zu einer lokalen Infrastruktur zurückzukehren. Dies kann langfristig zu steigenden Kosten und fehlender Flexibilität führen.

Datenhoheit, Compliance und regulatorische Anforderungen

Ein zentraler Faktor für den Cloud-Exit ist der Wunsch nach mehr Kontrolle über geschäftskritische Daten. Unternehmen, die mit sensiblen Informationen arbeiten – etwa im Gesundheitswesen, in der Finanzbranche oder in der Fertigung –, müssen strenge Datenschutzrichtlinien einhalten. Die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) und branchenspezifische Vorgaben verlangen, dass bestimmte Daten in kontrollierten Umgebungen gespeichert und verarbeitet werden.

Ein Bericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zeigt, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, ihre Compliance-Verpflichtungen in der Public Cloud vollständig zu erfüllen. Die Kontrolle über Speicherorte, Zugriffsrechte und Datensicherheit ist oft unklar, da die IT-Infrastruktur von Cloud-Anbietern über verschiedene Länder und Regionen verteilt ist. (BSI-Studie 2023)

Unternehmen mit hoher Datenschutzsensibilität entscheiden sich daher zunehmend dafür, ihre Daten in lokalen Rechenzentren oder Private-Cloud-Umgebungen zu speichern. So behalten sie die volle Kontrolle und reduzieren das Risiko von Datenschutzverstößen oder unerwarteten regulatorischen Hürden.

Cyber-Sicherheit und Risiken durch Multi-Tenant-Umgebungen

Obwohl Cloud-Anbieter große Summen in Sicherheitsmaßnahmen investieren, bleiben sie attraktive Ziele für Cyberangriffe. Besonders in sogenannten Multi-Tenant-Umgebungen, in denen mehrere Kunden auf derselben Infrastruktur arbeiten, besteht das Risiko von Datenlecks und Angriffen.

Ein prominentes Beispiel hierfür ist der Cloud-Sicherheitsvorfall bei Capital One, bei dem persönliche Daten von mehr als 100 Millionen Kunden kompromittiert wurden, weil Angreifer Sicherheitslücken innerhalb einer Cloud-Umgebung ausnutzten. Dieser Fall zeigt, dass Unternehmen nicht nur auf die Sicherheitsmaßnahmen der Cloud-Anbieter vertrauen können, sondern zusätzliche Schutzmaßnahmen ergreifen müssen. (Forbes Security Report)

Zudem sind Cloud-Anbieter häufig das Ziel groß angelegter DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service), die die Erreichbarkeit geschäftskritischer Anwendungen beeinträchtigen können. Unternehmen mit hohen Sicherheitsanforderungen setzen daher verstärkt auf On-Premises-Lösungen, um ihre Sicherheitsinfrastruktur eigenständig zu kontrollieren und besser gegen Angriffe gewappnet zu sein.

Leistung und Kontrolle über geschäftskritische Anwendungen

Ein oft unterschätzter Grund für den Cloud-Exit ist die Performance von Anwendungen. Cloud-basierte Lösungen sind zwar skalierbar, doch nicht immer bieten sie die gewünschte Performance und Latenzzeiten für geschäftskritische Prozesse.

Unternehmen mit hochfrequentierten IT-Systemen oder rechenintensiven Anwendungen – etwa in der Fertigung, in der Finanzbranche oder in der Forschung – stoßen in der Public Cloud oft an Leistungsgrenzen. Besonders Anwendungen, die eine hohe Echtzeitverarbeitung erfordern, profitieren von einer Infrastruktur, die lokal oder in einer Hybrid-Cloud-Architektur betrieben wird.

Ein Whitepaper von IDC hebt hervor, dass Unternehmen mit leistungssensitiven Anwendungen zunehmend auf Edge Computing oder eigene Rechenzentren zurückgreifen, um maximale Kontrolle über ihre Ressourcen und Netzwerklatenzen zu behalten. (IDC Report 2024)

Warum der Cloud-Exit für den Mittelstand eine strategische Entscheidung ist

Zusammenfassend zeigt sich, dass mittelständische Unternehmen ihren Cloud-Exit nicht leichtfertig vollziehen. Vielmehr handelt es sich um eine strategische Entscheidung, die auf mehreren Faktoren basiert:
Obwohl die Cloud viele Vorteile bietet, zeigt sich in der Praxis, dass sie nicht für alle Workloads die optimale Lösung ist. Deshalb setzen immer mehr Mittelständler auf Hybrid-Cloud-Strategien, um die Vorteile der Cloud mit der Sicherheit und Kontrolle einer eigenen Infrastruktur zu kombinieren.

Herausforderungen und Risiken beim Cloud-Exit

Die Entscheidung, Daten und Anwendungen aus der Cloud zurückzuholen, ist oft mit strategischen Vorteilen verbunden. Unternehmen gewinnen mehr Kontrolle über ihre IT-Kosten, stärken ihre Datensouveränität und reduzieren Sicherheitsrisiken. Doch ein Cloud-Exit ist kein einfacher Prozess – er erfordert eine präzise Planung und die Überwindung technischer, organisatorischer und wirtschaftlicher Hürden. Wer diesen Schritt unüberlegt vollzieht, riskiert teure Betriebsunterbrechungen, Datenverluste und einen erheblichen Mehraufwand für die IT-Abteilung.

Technische Hürden: Datenmigration und Systemkompatibilität

Eine der größten Herausforderungen beim Cloud-Exit ist die Rückführung großer Datenmengen in lokale Infrastrukturen oder alternative Cloud-Umgebungen. Daten, die über Jahre hinweg in der Cloud gespeichert wurden, müssen nicht nur sicher migriert, sondern auch nahtlos in bestehende On-Premises- oder Hybrid-Architekturen integriert werden.

Dabei treten häufig technische Probleme auf: Formatinkompatibilitäten, fehlende Schnittstellen und unterschiedliche Datenstrukturen können den Umzug erschweren. Zudem erfordern einige Cloud-native Anwendungen spezielle Dienste oder Middleware-Lösungen, die in einer lokalen Umgebung möglicherweise nicht verfügbar sind.

Laut einer Studie von McKinsey scheitern bis zu 60 Prozent der Cloud-Migrations- oder Repatriierungsprojekte aufgrund unzureichender Vorplanung und technischer Herausforderungen. Unternehmen, die den Umstieg auf eigene Rechenzentren vollziehen, müssen sicherstellen, dass ihre lokale IT-Infrastruktur über die notwendige Rechenleistung, Speicherressourcen und Netzwerkbandbreiten verfügt. (McKinsey Report 2023)

Betriebsunterbrechungen und Downtime-Risiken

Ein Cloud-Exit birgt das Risiko von Betriebsunterbrechungen, wenn der Migrationsprozess nicht sorgfältig geplant wird. Anwendungen und Systeme, die rund um die Uhr laufen, können nicht einfach abgeschaltet und verschoben werden.

Besonders problematisch wird es, wenn der Cloud-Anbieter nicht genügend Transparenz über die genauen Speicherorte und Strukturen der Daten bietet. Unternehmen, die keine umfassende Exit-Strategie haben, laufen Gefahr, während der Migration auf unerwartete Datenverluste oder Integrationsprobleme zu stoßen.

Ein Bericht von Gartner weist darauf hin, dass Unternehmen durchschnittlich 200.000 US-Dollar pro Stunde an Kosten verlieren, wenn kritische Systeme während eines IT-Umzugs ausfallen. In der Praxis bedeutet das, dass ein unvorbereiteter Cloud-Exit nicht nur technisch, sondern auch finanziell erhebliche Risiken birgt. (Gartner Cloud Report 2024)

Um diese Risiken zu minimieren, setzen erfahrene Unternehmen auf stufenweise Migrationen, Redundanz-Strategien und detaillierte Testläufe. Die schrittweise Rückführung einzelner Systeme in Parallelbetrieb mit der Cloud reduziert das Risiko unerwarteter Ausfälle erheblich.

Lizenz- und Vertragsprobleme mit Cloud-Anbietern

Viele Unternehmen unterschätzen die vertraglichen Herausforderungen eines Cloud-Exits. Cloud-Anbieter gestalten ihre Verträge oft so, dass der Wechsel zurück zu einer lokalen Infrastruktur erschwert wird.

Ein Beispiel hierfür sind langfristige Abonnements oder Mindestvertragslaufzeiten, die es Unternehmen schwer machen, sich vorzeitig aus der Cloud zu lösen. Zusätzlich können Datenexportgebühren (Egress Fees) für den Transfer großer Datenmengen anfallen, die den Exit finanziell unattraktiv machen.

Ein Bericht der Europäischen Kommission zur digitalen Souveränität hebt hervor, dass einige Cloud-Anbieter gezielt Vendor Lock-in-Mechanismen nutzen, um Unternehmen an ihre Plattformen zu binden. Dazu gehören proprietäre Schnittstellen, inkompatible Datenformate und restriktive Serviceverträge, die eine Migration zu alternativen Lösungen erschweren. (EU Digital Sovereignty Report)

Um diesen Problemen zu begegnen, ist es essenziell, bereits vor dem initialen Cloud-Onboarding klare Exit-Strategien zu entwickeln und Vertragsbedingungen sorgfältig zu prüfen. Unternehmen sollten sich frühzeitig über mögliche Ausstiegsoptionen, Datenportabilitätslösungen und hybride Architekturen informieren, um spätere Probleme zu vermeiden.

Kosten des Cloud-Exits: Versteckte Fallstricke

Ein Cloud-Exit kann kostspieliger sein als erwartet. Neben den offensichtlichen Investitionen in neue Hardware und Infrastruktur fallen oft unerwartete Zusatzkosten an, die das Budget belasten.

Zu den häufigsten Kostenfallen gehören:

Laut einer Analyse von Forrester Research kann ein Cloud-Exit je nach Unternehmensgröße und IT-Umgebung zwischen 500.000 und mehreren Millionen Euro kosten. Unternehmen, die ohne klare Planung den Exit vollziehen, riskieren daher erhebliche Mehrkosten und Budgetüberschreitungen. (Forrester Cloud Study 2023)

Ein vorausschauender Finanzplan, der langfristige IT-Kosten, Migrationsaufwände und mögliche Cloud-Rückkehr-Optionen berücksichtigt, hilft Unternehmen dabei, den Cloud-Exit wirtschaftlich sinnvoll zu gestalten.

Strategien zur erfolgreichen Bewältigung eines Cloud-Exits

Um die Risiken eines Cloud-Exits zu minimieren, setzen erfolgreiche Unternehmen auf folgende Best Practices:

Warum eine durchdachte Exit-Strategie entscheidend ist

Ein Cloud-Exit kann erhebliche Vorteile bringen, aber er ist kein einfacher Rückkehrprozess. Unternehmen, die sich unvorbereitet aus der Cloud zurückziehen, riskieren hohe Kosten, IT-Ausfälle und Compliance-Probleme.

Mittelständische Unternehmen sollten daher nicht nur die kurzfristigen Vorteile einer Cloud-Rückführung betrachten, sondern auch die langfristigen Auswirkungen auf ihre IT-Strategie analysieren. Hybrid-Modelle, die das Beste aus beiden Welten kombinieren, können eine sinnvolle Alternative sein, um Flexibilität, Kostenkontrolle und Datensouveränität optimal auszubalancieren.

Technische Umsetzung eines Cloud-Exit – Strategien und Best Practices

Ein Cloud-Exit ist mehr als nur eine Umstellung der IT-Infrastruktur. Er ist ein komplexer technischer Prozess, der eine detaillierte Planung, schrittweise Migration und eine durchdachte IT-Strategie erfordert. Unternehmen, die Daten und Anwendungen aus der Cloud zurückholen, müssen sicherstellen, dass ihre neue Umgebung die erforderliche Performance, Skalierbarkeit und Sicherheit bietet. Ein erfolgreicher Exit hängt daher von verschiedenen Faktoren ab – von der Auswahl der richtigen Migrationsstrategie bis hin zur Sicherstellung der Datenkonsistenz und Compliance.
Schritt 1: Evaluierung der bestehenden Cloud-Infrastruktur

Bevor Unternehmen einen Cloud-Exit planen, müssen sie ein genaues Bild ihrer aktuellen Cloud-Nutzung erhalten. Dazu gehören folgende Fragen:

Ein Cloud-Exit Assessment, wie es von Gartner empfohlen wird, kann Unternehmen helfen, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Laut Gartner’s Cloud Strategy Report 2024 sollten Unternehmen zunächst eine vollständige Bestandsaufnahme ihrer Cloud-Workloads, Speicherkapazitäten und Netzwerkinfrastrukturen durchführen, um Risiken frühzeitig zu erkennen. (Gartner Cloud Report 2024)

Der Cloud-Exit kann auf verschiedene Weise umgesetzt werden. Die Wahl der richtigen Strategie hängt von den technischen Anforderungen, Kostenüberlegungen und Geschäftsprozessen ab.
Ein Bericht von IDC zeigt, dass Unternehmen, die auf eine Hybrid-Cloud-Strategie setzen, flexiblere und kosteneffizientere Lösungen finden als Unternehmen, die sich ausschließlich auf eine Rückkehr zur On-Premises-Infrastruktur konzentrieren. (IDC Hybrid Cloud Study 2024)
Die größte technische Herausforderung beim Cloud-Exit ist die Migration von großen Datenmengen zurück auf lokale Server oder alternative Cloud-Umgebungen. Die Datenmigration muss verlustfrei, sicher und mit minimalen Ausfallzeiten erfolgen. Einige bewährte Methoden zur Datenmigration umfassen:
Laut einer Analyse von Forrester sollten Unternehmen auf automatisierte Migrationstools setzen, um Datenverluste und Integrationsprobleme zu vermeiden. Zu den führenden Lösungen gehören AWS Snowball, Google Transfer Appliance und Azure Data Box – diese bieten schnelle, hardwaregestützte Datenmigrationen. (Forrester Data Migration Report)
Ein Cloud-Exit ist nicht nur eine Rückkehr zur alten IT-Architektur, sondern eine Gelegenheit zur Modernisierung und Optimierung. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre neue Infrastruktur:
Eine Hybrid-Cloud-Strategie kann eine sinnvolle Alternative sein, um Vorteile der Cloud mit der Kontrolle einer eigenen Infrastruktur zu kombinieren. Laut einer Studie von KPMG bevorzugen 67 % der Unternehmen eine Hybrid-Cloud-Lösung anstelle eines vollständigen Cloud-Exits, da sie die Balance zwischen Flexibilität und Sicherheit ermöglicht. (KPMG Cloud Report)

Nach der Migration ist es entscheidend, dass Unternehmen ihre IT-Sicherheitsstrategie anpassen. Viele Sicherheitsmechanismen, die in der Cloud automatisch bereitgestellt wurden, müssen nun manuell konfiguriert und überwacht werden.

Wichtige Maßnahmen nach dem Cloud-Exit umfassen:

Ein Bericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hebt hervor, dass Unternehmen, die aus der Cloud zurückkehren, oft anfälliger für Sicherheitslücken und Fehlkonfigurationen sind, wenn sie sich nicht ausreichend auf neue Sicherheitskonzepte konzentrieren. (BSI Cloud Security Report)

Warum eine durchdachte Exit-Strategie entscheidend ist

Ein Cloud-Exit ist eine tiefgreifende strategische Entscheidung, die eine präzise technische Umsetzung erfordert. Unternehmen, die diesen Schritt planen, sollten ihre aktuelle Cloud-Nutzung bewerten, um Abhängigkeiten und Kostenfallen frühzeitig zu erkennen. Sie müssen zudem die passende Migrationsstrategie wählen, um eine reibungslose Transition zu gewährleisten. Letztlich müssen sie sicherstellen, dass die neue IT-Infrastruktur leistungsfähig, skalierbar und sicher ist. Die Security- und Compliance-Maßnahmen  müssen priorisiert werden, um Datenschutzrisiken zu minimieren.

Mittelständische Unternehmen, die ihren Cloud-Exit erfolgreich umsetzen, gewinnen nicht nur mehr Kontrolle über ihre IT-Ressourcen, sondern können auch langfristig Kosten optimieren und ihre digitale Souveränität stärken.