Warum digitale Souveränität jetzt auf die Agenda gehört
Die Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud-Anbietern ist für viele Unternehmen zur Normalität geworden. AWS und Azure haben sich als technologische Standards etabliert. Ihre Leistungsfähigkeit steht außer Frage.
Gleichzeitig verändert sich das geopolitische Umfeld. Handelsrestriktionen, Datenzugriffsgesetze wie der CLOUD Act und eine zunehmend fragmentierte Weltordnung werfen Fragen auf, die über reine IT-Entscheidungen hinausgehen: Wer hat im Ernstfall Zugriff auf Ihre Daten? Welche Rechtsordnung gilt? Und wie schnell können sich die Rahmenbedingungen ändern?
Digitale Souveränität bedeutet nicht, sich von globalen Technologien abzukoppeln. Sie bedeutet, Handlungsfähigkeit zu bewahren – auch dann, wenn sich politische oder regulatorische Rahmenbedingungen verschieben.
Für Unternehmen mit sensiblen Daten, kritischen Prozessen oder langfristiger Planungsperspektive ist das keine theoretische Überlegung. Es ist eine Frage der unternehmerischen Vorsorge.
Was Hyperscaler leisten – und wo die Grenzen liegen
AWS (Amazon Web Services) und Azure (Microsoft) sind die beiden führenden Anbieter im globalen Public-Cloud-Markt. Gemeinsam halten sie einen Marktanteil von über 50 Prozent. Ihre Plattformen setzen technologische Standards, an denen sich der gesamte Markt orientiert.
Skalierbarkeit, globale Verfügbarkeit und ein umfangreiches Ökosystem an Zusatzdiensten gehören zu ihren Stärken. Für viele Anwendungsfälle sind sie eine naheliegende Wahl.
Die Grenzen zeigen sich weniger in der Technologie als im Betriebsmodell.
Egress-Kosten – also Gebühren für ausgehenden Datenverkehr – fallen zusätzlich zu den Basispreisen an. Ebenso Kosten für API-Aufrufe, Speicherzugriffe und zahlreiche Zusatzfunktionen. Wer seine monatlichen Cloud-Kosten kennt, weiß, wie schnell sich diese Positionen summieren. Die Frage ist nicht, ob die Kosten transparent sind, sondern ob sie planbar bleiben.
Hinzu kommt: AWS und Azure sind Infrastrukturanbieter. Sie stellen Ressourcen bereit. Den Betrieb, das Monitoring, die Wartung und die Reaktion auf Störungen verantworten Sie selbst – oder Sie beauftragen zusätzliche Dienstleister. Persönliche Ansprechpartner mit Kenntnis Ihrer spezifischen Umgebung sind im Standardmodell nicht vorgesehen.
Für Unternehmen, die IT nicht als Kernkompetenz betreiben möchten, entsteht daraus eine Lücke: zwischen der technischen Leistungsfähigkeit der Plattform und der tatsächlichen Entlastung im Tagesgeschäft.
Private Cloud Deutschland – was das konkret bedeutet
Eine Private Cloud ist keine abgespeckte Version der Public Cloud. Sie ist ein eigenständiges Betriebsmodell mit anderen Prioritäten: Kontrolle, Nachvollziehbarkeit und klare Verantwortlichkeiten.
Unsere Private Cloud betreiben wir in Rechenzentren in Hessen und Bayern. Alle Ressourcen befinden sich in deutschem Besitz und unterliegen ausschließlich deutscher Jurisdiktion. Das bedeutet: Kein Zugriff über den US CLOUD Act. Keine Datenverarbeitung außerhalb des europäischen Rechtsrahmens. Keine Abhängigkeit von Konzernentscheidungen in Übersee.
Das Rechenzentrum ist nach ISO 27001 zertifiziert. Damit gelten verbindliche Standards für Informationssicherheit, die regelmäßig extern geprüft werden.
Die Infrastruktur basiert auf aktueller Hardware: Intel XEON und AMD EPYC für Compute-Leistung, Full-Flash-Storage für hohe I/O‑Anforderungen, 10 Gbit/s Anbindung an die Internet-Backbones. Die Virtualisierung erfolgt auf Proxmox-Clustern mit geringer Dichte pro Core – das sichert konstante Leistung auch bei anspruchsvollen Workloads.
Leistungsumfang im Überblick
| Baustein | Was das für Sie bedeutet |
|---|---|
| Compute | Rechenleistung nach Bedarf |
| Storage | Schneller Speicher für anspruchsvolle Anwendungen |
| Backup | Automatische Sicherung, regelmäßig getestet |
| Managed Services | Wir betreiben, Sie nutzen |
| Lizenzen | Inbegriffen und verwaltet |
| Traffic | Keine Zusatzkosten für Datenverkehr |
| VPN | Sicherer Zugriff von jedem Standort |
| Patch Management | Systeme bleiben aktuell, ohne Ihr Zutun |
| Migration | Wir übernehmen den Umzug |
Betrieb statt Hosting – der Unterschied in der Praxis
Cloud-Infrastruktur zu mieten ist einfach. Sie zu betreiben ist etwas anderes.
Hyperscaler liefern Ressourcen. Rechenleistung, Speicher, Netzwerk – alles verfügbar, alles skalierbar. Was sie nicht liefern: jemanden, der sich kümmert. Monitoring, Wartung, Patch Management, Reaktion auf Störungen – das bleibt beim Kunden. Oder bei einem zusätzlichen Dienstleister, den Sie separat beauftragen und koordinieren müssen.
Eine Private Cloud kann das anders lösen. Wenn der Anbieter nicht nur Ressourcen bereitstellt, sondern den Betrieb übernimmt, verändert sich die Rollenverteilung grundlegend. Sie nutzen die Infrastruktur. Jemand anderes trägt die Verantwortung dafür, dass sie läuft.
Das betrifft nicht nur technische Fragen. Es betrifft auch Ihre Zeit. Und die Frage, wo Sie Ihre Aufmerksamkeit investieren wollen: in den Betrieb von IT-Systemen oder in Ihr eigentliches Geschäft.
Der Unterschied zwischen Hosting und Betrieb ist keine Produktkategorie. Er ist eine Entscheidung darüber, wer nachts wach liegt, wenn etwas nicht funktioniert.
Kostenstruktur ohne Überraschungen
IT-Kosten, die monatlich schwanken, erschweren die Jahresplanung. Sie binden Aufmerksamkeit, die anderswo fehlt.
Ein Fixpreismodell schafft Klarheit. Die monatliche Summe steht fest – unabhängig davon, wie sich die Nutzung im Detail entwickelt. Keine Nachkalkulation. Keine Freigabeprozesse für unerwartete Mehrkosten.
Das erleichtert nicht nur die Budgetierung. Es verändert die Gespräche zwischen IT und Geschäftsführung. Statt über Kostenabweichungen zu sprechen, geht es um Kapazitäten und Entwicklung.
Planbare IT-Kosten sind kein technisches Thema. Sie sind eine Voraussetzung für unternehmerische Handlungsfähigkeit.
Für wen diese Alternative relevant ist
Nicht jedes Unternehmen braucht eine Private Cloud. Und nicht jedes Unternehmen braucht die Kontrolle, die sie bietet.
Relevant wird die Frage dort, wo IT nicht nur Werkzeug ist, sondern Grundlage des Geschäftsbetriebs. Wo Daten sensibel sind. Wo Verfügbarkeit nicht verhandelbar ist. Wo Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern ein strategisches Risiko darstellen.
Das betrifft keine einzelne Branche. Wir betreuen Unternehmen aus der Softwareentwicklung, die ihre Entwicklungs- und Testumgebungen bei uns betreiben. Ingenieurgesellschaften, deren Workloads hohe Rechenleistung erfordern. Unternehmen im M&A‑Umfeld und in Financial Services, die regulatorische Anforderungen erfüllen müssen.
Die gemeinsame Klammer ist nicht die Branche. Es ist die Haltung: Unternehmen, die ihre IT-Verantwortung bewusst abgeben möchten – aber nicht an irgendjemanden.
Was eine Migration bedeutet – und was nicht
Ein Wechsel von AWS oder Azure in eine Private Cloud ist kein Wochenendprojekt. Aber auch kein Grund, die Frage auf unbestimmte Zeit zu verschieben.
Der Aufwand hängt von der bestehenden Umgebung ab. Wie viele Systeme laufen? Welche Abhängigkeiten bestehen? Welche Anwendungen sind cloud-native, welche lassen sich 1:1 übertragen? Diese Fragen lassen sich klären, bevor eine Entscheidung fällt.
Die eigentliche Migration erfolgt schrittweise. Systeme werden parallel aufgebaut, getestet, umgestellt. Nicht alles auf einmal. Nicht ohne Rückfallposition.
Was eine Migration nicht bedeutet: Stillstand. Risiko. Kontrollverlust. Wenn die Planung stimmt, ist der Übergang weniger dramatisch, als er aus der Ferne wirkt.
Die ehrliche Antwort lautet: Es ist Aufwand. Aber es ist beherrschbarer Aufwand.
Einordnung für Entscheider
Die Frage ist nicht, ob AWS und Azure gute Dienste liefern. Das tun sie. Die Frage ist, ob das Modell dahinter zu Ihrem Unternehmen passt.
Wer Skalierung in alle Richtungen braucht, globale Präsenz und ein Maximum an Diensten, findet bei Hyperscalern ein passendes Angebot. Wer Planbarkeit, persönliche Verantwortung und Unabhängigkeit von US-Jurisdiktion höher gewichtet, sollte Alternativen prüfen.
Eine Private Cloud aus Deutschland ersetzt nicht jede Funktion eines Hyperscalers. Sie löst ein anderes Problem: die Frage, wer die Kontrolle behält. Über Daten. Über Kosten. Über den Betrieb.
Das ist keine technische Entscheidung. Es ist eine unternehmerische.